Einblicke in Archäologie-Projekte in Unterfranken
Buchvorstellung des AJB im Museum für Franken
Spannende Einblicke in die Archäologie Unterfrankens gab es am Freitag, den 22. Mai 2026 im Museum für Franken auf der Festung Marienberg.
Bereits zum vierten Mal wurde das „Archäologische Jahr in Bayern“ für den Bezirk Unterfranken vorgestellt. 70 Gäste kamen zu der vom Museumskurator und Regionalbeauftragten der Gesellschaft für Archäologie in Bayern Benjamin Spies organisierten Veranstaltung, bei der die unterfränkischen Grabungen und Projekte besonders im Mittelpunkt standen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die stellvertretende Museumsdirektorin Veronika Genslein berichtete Dr. Markus Merkl als zuständiger Gebietsreferent des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege einleitend zu Aufgaben der Bodendenkmalpflege sowie zum Entstehungsprozess des „Archäologischen Jahres in Bayern“. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Bernd Päffgen die Arbeit der Gesellschaft für Archäologie in Bayern vor und betonte die Bedeutung des „Archäologischen Jahres in Bayern“ für die populäre Vermittlung aktueller Grabungen und Projekte.
Zwei Projekte wurden an diesem Abend nochmals ausführlicher präsentiert: Dr. Ralf Obst berichtete von den Forschungen zu den historischen Richtstätten bei Altenstein im Landkreis Haßberge. Auf Initiative der Kreisheimatpflegerin Christiane Tangermann und sowie in Kooperation mit dem Burg- und Heimatverein Altenstein e.V. und der Gemeinde Maroldsweisach wurden vom BLfD an mehreren Stellen geophysikalische Messungen beauftragt. Die Ergebnisse zeichnen das Bild eines komplexen Systems frühneuzeitlicher Rechtsprechung, das sich bis heute in der Landschaft ablesen lässt.
Anschließend stellte Dr. Markus Schußmann die Grabungen an der ehemaligen Mikwe in Aub vor, die in mehreren Etappen seit 2015 untersucht wird und deren Arbeiten auch aktuell weiter fortgeführt werden. Dabei konnten nicht nur die Baugeschichte von Mikwe und Synagoge detailliert erforscht werden. Zahlreiche Funde aus der Verfüllung der Mikwe ermöglichen zudem eindrucksvolle und teils sehr persönliche Einblicke in das Leben der jüdischen Gemeinde von Aub im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit.
Mit der Auswahl der Vorträge rückte die Veranstaltung bewusst die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Archäologie in Unterfranken in den Fokus. In beiden vorgestellten Projekten spielte dieses eine entscheidende Rolle und wurde im Rahmen des Abends ausdrücklich gewürdigt.
Ein gemeinsamer Umtrunk bot schließlich Gelegenheit zum Austausch und bildete einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung.