Kiliansbanner im Fokus
Expertinnen tagen
Fragen zu Bewahrung, Transport und Wiederinstallation des Kiliansbanners bis zur Neueröffnung des Museums für Franken werden am 23. März bei einer Konferenz namhafter Restauratorinnen diskutiert.
Es wird ein Highlight in der Sammelausstellung des neuen Museums für Franken: Fünf Meter lang, drei Meter breit, darauf in voller Länge eine ernst dreinblickende Figur mit Bischofsmütze, Krummstab und Schwert: Der heilige Kilian – Frankenpatron und Würzburger Schutzheiliger.
Das Kiliansbanner aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gilt als ältestes erhaltene Feldzeichen Deutschlands, also eine Kriegsfahne, und als eines der ältesten Bildnisse des heiligen Kilians, dem Schutzpatron Frankens und Würzburgs. Besuchende haben momentan jedoch nicht die Möglichkeit, das Banner zu bestaunen.
Im Zuge der Sanierungsarbeiten auf der Festung Marienberg ist die Kernburg derzeit geschlossen. Dort befindet sich das Objekt, das nach fachgerechter Restaurierung und dem Umzug in neue Ausstellungsräume zur Wiedereröffnung des Museums für Franken im Jahr 2032 wieder für Besuchende zu sehen sein wird.
An dem Kolloquium nehmen unter anderem ausgewiesene Textilrestauratorinnen teil, die sich bereits intensiv mit dem Banner beschäftigt haben. Erwartet werden Expertinnen aus dem Germanischen Nationalmuseum, dem Bayerischen Nationalmuseum, der Bayerischen Schlösserverwaltung sowie dem Haus der Bayerischen Geschichte, ergänzt durch renommierte freiberufliche Fachrestauratorinnen.
Die Fahne hat eine wechselvolle und noch teils ungeklärte Geschichte und ist äußerst fragil. Mehrere größere Fehlstellen sowie Materialverluste, insbesondere im Randbereich, stellen hohe Anforderungen an die konservatorische Behandlung. Auch die ursprünglichen Haar- und Bartpartien der dargestellten Figur sind nicht erhalten. Vermutlich waren einst zudem Kleidung und weitere Attribute mit farbigen Stoffen aufgenäht.
Um das Banner möglichst schonend abzunehmen und bis zur erneuten Präsentation fachgerecht zu lagern, sind umfassende restauratorische Maßnahmen erforderlich. Entsprechende Untersuchungen, auch zum genauen Alter der Fahne, wurden in jüngster Zeit durchgeführt; ihre Ergebnisse werden im Rahmen der Tagung vorgestellt.